Wie pflege ich Vintage-Textilien?

  • Waschen, Stärken, Bügeln von alter Tischwäsche & Co.: Über die Wäschepflege.
  • Wie bewahrt man Tischwäsche auf?

Tischdecken, Servietten, Leinenwäsche – damit sie auch weiterhin lange schön und gut erhalten bleiben, gilt es bei Wäsche und Lagerung ein paar Dinge zu beachten. Die zum Teil delikaten Stücke verlangen nur ein kleines bisschen Sorgfalt!

Hier die Tipps aus HansensGasse für das Waschen und Pflegen von Vintage-Tischwäsche – alles aus Erfahrung, aber ohne Gewähr!

Waschen und Pflegen

  • Waschen bei den niedrigst möglichen Temperaturen: Flecken nach Möglichkeit vorbehandeln oder einweichen. (Extra-Tipp für Tischwäsche mit hartnäckigen Flecken siehe unten)
  • Für bestickte Textilien oder Stücke mit Spitzenbesatz oder Lochmuster empfehlen wir einen schützenden Wäschebeutel. Sind die Stücke dafür zu groß, tut es auch ein Kopfkissenbezug. Das schützt vor zu starker Reibung.
  • Möglichst geringe Schleudertouren: Neben der Temperatur und der Reibung in der Trommel im Waschgang ist das Schleudern der wahre Stressor für die Textilien. Wähle daher nach Möglichkeit eine Einstellung für Feinwäsche: Hier wird die Wäsche nicht nur weniger bewegt, es wird auch weniger geschleudert.
  • Nicht in den Trockner, lieber auf der Leine oder dem Wäscheständer trocknen.
  • Wenig geschleudert und ohne Trockner ist die Wäsche auch besser zu bügeln.
  • Du magst knusprig-feste Wäsche: Flüssigstärke ist der Weg dorthin. Entweder im Waschgang ins Weichspülerfach, oder in einer Wanne in etwas Wasser: hinein mit der Wäsche, nachdem du sie aus der Maschine geholt hast. Letzteres ist deutlich wirkungsvoller, vor allem, wenn du die Wäsche anschließend tropfnass aufhängst.
  • Bügeln und Mangeln – nicht gerade die Lieblings-Hausarbeit der meisten, aber so effektvoll! Viele Reinigungen bieten auch Mangelservice an – sonst such nach einer Heißmangel (Kaltmangeln sind sehr selten geworden, das wäre sonst noch besser, weil schonender). Das Mangeln bietet sich vor allem für große Stücke wie Tischdecken an. Es wird nicht nur schön glatt, sondern auch akkurater zusammengelegt.

Aufbewahrung

Die Wäsche will nicht nur gewaschen, sondern auch aufbewahrt werden:

  • So flach wie möglich – das heißt möglichst wenig gefaltet. Das sieht dann auf dem Tisch auch gleich ordentlicher aus.
  • Keine zu hohen Türme im Wäscheschrank: Ein Stapel Textilien ist schwer, das unterste Tischtuch muss leiden!
  • Königsweg: Tischläufer und kleine Tischdecken werden aufgerollt, zum Beispiel auf Papprollen. Wer sie so lagern kann, hat faltenfreie Tischwäsche. Große Tischdecken werden über extra große und extra stabile Bügel gehängt – und auf der Kleiderstange bewahrt. (Such nach Bügeln für Vorhänge oder Tagesdecken, die sind stabil genug.)
  • Servietten, Deckchen, Platzsets und kleine Stücke werden für die Lagerung gar nicht oder möglichst wenig gefaltet.
  • Tipp: Die kleinen Stücke auf einem Tablett gestapelt in den Wäscheschrank: Sie lassen sich mit dem gesamten Tablett leichter entnehmen, ohne gleich den gesamten Stapel durcheinanderzubringen.
  • „Willst das Tischtuch du erhalten, leg es in die alten Falten" – Wenn das Essen unfallfrei, das heißt ohne Flecken, vonstatten gegangen ist und das Tischtuch wieder in den Schrank kommt: den alten Falten folgen, so geht es nicht nur am einfachsten und schnellsten, sondern auch ordentlich und schonend für den Stoff.
  • Servietten werden bis zur nächsten Verwendung gerollt in einem Ring oder gefaltet in einer Tasche aufbewahrt. Jeder hat seinen individuellen Serviettenring oder seine Tasche – so sind sie leicht wieder zu erkennen.

Wenn du diese – oder möglichst viele von diesen – Tipps beherzigst, hast du lange Freude an deiner Vintage-Tischwäsche. Und nach dir sogar noch die nächste Generation.

Extra-Tipp: Alte, hartnäckige Flecken

Ich habe den Überblick verloren, wie viel hochwertige Damast-Tischwäsche aus Baumwolle und Leinen mir schon untergekommen ist, bei der ein einziger Soßenfleck in der Mitte (wo sonst?) das ganze großartige Stück zu ruinieren droht. Alle Mittelchen nutzen nichts – der Fleck bleibt mit der Hartnäckigkeit des Blutflecks von Canterville, nur ohne Geist.

Bevor das gute Stück nun zu Putzlappen zerschnitten wird, hilft – Färben! Gerade Schattenflecken, die einem von Weiß nur so entgegenstrahlen, verschwinden, wenn das Tischtuch eingefärbt wird. Nun ist es zwar nicht mehr das strahlend weiße förmliche Tafeltuch – aber eine Tischdecke passend zum Geschirr oder nach persönlichem Geschmack. Die Auswahl an Textilfarbe ist ja recht groß.

Toller Nebeneffekt: Die Damast-Webmuster kommen in Farbe oft noch toller zur Geltung.

Du hast einzelne weiße Servietten? Färb sie im gleichen Waschgang mit, dann hast du ein passendes Set.