Wie pflege und bewahre ich altes Geschirr? Über den Umgang mit vintage und antikem Porzellan und Keramik.

Wie bewahre ich das besonders schöne Gedeck, das ich auf dem Flohmarkt entdeckt habe? Oder das geerbte Geschirr mit Blümchen und Goldrand von Oma?

Zunächst: Nicht dadurch, dass du es in die Vitrine verbannst und nie benutzt. Hol es heraus, benutze es und erfreue dich daran!

Ein paar Regeln und Pflegehinweise sollen helfen, die guten Stücke lange zu bewahren.

Spülen – von Hand oder in der Spülmaschine?

Mit dem Spülen von Hand ist man eigentlich immer auf der sicheren Seite. Viele der alten Dekore sind nicht dafür gemacht, in der Spülmaschine gereinigt zu werden, sie vertragen die hohen Temperaturen und die Reiniger nicht.

Lauwarmes Wasser, Spülmittel und ein weicher Spüllappen – fertig. Kein Scheuerschwamm, kein Schmutzradierer, keine aggressiven Reinigungsmittel. Dafür waren die alten Schätze nicht gemacht.

Das Gleiche gilt für sehr alte Keramik. Hier ist es, auch bei einfarbigen Teilen ohne Dekor, die Glasur, die nicht gern der Hitze ausgesetzt wird. Oft hat die Glasur sehr alter Stücke schon Risse, die Craquelé, die ihnen eine charmante Patina verleiht. In diese Glasurrisse dringt Wasser ein. Beim Spülen von Hand sind die Teile nicht so lange im Wasser wie in der Spülmaschine, das ist wesentlich schonender.

Übrigens dringt in diese Risse auch alles andere ein: Sauce, Salatdressing, Saft. Also, vorsichtig bei der Nutzung! Balsamicoessig ruiniert ganz flott die schöne alte weiße Schüssel! Mein Endgegner sind die Händler, die alte Keramik mit dicken Filzstiften auszeichnen – das hinterlässt den Preis dann auf ewig.

Goldrand und Dekore

Definitiv nicht in die Spülmaschine (und auch nicht in die Mikrowelle) dürfen alle Teile mit Goldrand oder sonstigem Metalldekor. Das Dekor verblasst, löst sich ab oder bekommt Fehlstellen – nicht schön.

Auch die schönen Blümchenmuster und üppigen Motive sind auf altem Porzellan oft nicht unter der letzten Glasur, sondern nachträglich aufgebracht – also lieber schnell von Hand spülen, statt zu riskieren, das Muster zu zerstören.

Transferware & handbemalte Keramik

Oft ist auf der Rückseite auch vermerkt, ob das Geschirr in die Spülmaschine darf. Englische Transferware wirbt zum Beispiel oft mit dem Attribut „Dishwasher safe". Hier ist das Dekor unter der Glasur, und diese wiederum ist von solcher Beschaffenheit, dass sie die Hitze der Spülmaschine verträgt, ohne Risse zu bekommen. Das gilt für Stücke seit der Mitte des 20. Jahrhunderts.

Ältere Teile sind noch nicht entsprechend glasiert und gebrannt und sollten von Hand gespült werden.

Faustregel: Hat die Glasur schon Craquelé, wird immer von Hand gespült.

Bei Vintage-Keramik, die von Hand bemalt ist, ist ebenfalls Vorsicht geboten. Manches Stück mag die Spülmaschine vertragen – wenn dies nicht ausdrücklich angegeben ist, werden diese Stücke in Hansens Gasse immer von Hand gespült.

Hartnäckige Flecken

Viele Flecken und Verfärbungen lassen sich gut mit Hausmitteln entfernen. Besonders Ränder von Kaffee und Tee. Hier helfen Backpulver oder Zahnspangenreiniger und heißes Wasser – aufgießen, kurz einweichen lassen, nachspülen – fertig.

Aber Vorsicht bei der Kombination mit Essig oder Zitronensäure. Diese Mischungen sind zwar sehr effektiv – aber leider auch aggressiv. Sie können Dekore und Goldränder gleich mit angreifen. Einer hochwertigen Kaffeetasse aus moderner Produktion können sie nichts anhaben, den alten Schätzchen aber schon.

Auf der Servierplatte ist sehr viel klebriges Fett? Hier ist das probate Mittel Sodapulver: Ein bisschen auf den Spüllappen streuen, einreiben und abspülen und das Fett geht ganz einfach ab.

Lagerung und Aufbewahrung

Genug Platz im Schrank, damit die Teile nicht anecken, und nicht zu hoch stapeln – das sind die beiden Grundregeln für die Aufbewahrung von Geschirr.

Ein absoluter Liebling in Hansens Gasse: Klapperdeckchen. Das sind kleine Stücke Textil, die zwischen die Teller und Schüsseln gelegt werden, um beim Stapeln Kratzer und Macken zu vermeiden.

Klapperdeckchen können aus Filz ausgeschnitten werden oder aus etwas dickeren Stoffresten. Auf Maß für die jeweiligen Stapel. Lange ovale Stücke für die Servierplatten, kleine runde für die Unterteller.

Beliebt sind auch gehäkelte Klapperdeckchen – Stäbchen häkeln im Kreis, das verbraucht auch jede Menge Garnreste.

Fazit

Um lange Freude an Omas Geschirr zu haben, braucht es nicht viel. Vermeide die Begegnung mit zu hohen Temperaturen, aggressiven Reinigungsmitteln und -methoden und schone es vor Karambolagen im Geschirrschrank - das wares schon! Viel Freude beim Aufstöbern, Sammeln und vor allem beim Benutzen der alten Preziosen!